Gerschede

Ortstafel Gerschede

Die längste Straße ist die Levinstraße (0,98 km), am steilsten ist die Nordlandaue (4,4 % Steigung) und den höchsten Punkt erreicht die Hagedornstraße (85 m ü. NHN).

Gerschede liegt im Nordwesten von Essen und gehört zum Stadtbezirk IV Borbeck. Mit einer Fläche von rund 1,51 Quadratkilometern ist es der flächenmäßig kleinste Stadtteil dieses Bezirks; hier leben knapp 7.800 Menschen. Im Umfeld grenzt Gerschede an die Stadtteile Dellwig, Bedingrade und Borbeck-Mitte. Das Ortsbild ist überwiegend von Wohnnutzung geprägt, die immer wieder von Grünanlagen aufgelockert wird, sodass der Stadtteil einen ruhigen, eher beschaulichen Charakter besitzt.

Zu den baulichen Besonderheiten zählen die sogenannten Nordlandhäuser aus den 1950er Jahren, eine Gruppe von Holzhäusern in nordischem Stil, die als architektonisch reizvoll gelten. Auch die 1956 fertiggestellte St.-Paulus-Kirche prägte lange das Viertel; sie wird seit 2021 nicht mehr für Gottesdienste genutzt, an ihrer Stelle entsteht ein Hospiz. Verkehrlich ist Gerschede gut angebunden: Die S-Bahn-Linie S9, die Straßenbahnlinie 103 sowie mehrere Buslinien verbinden den Stadtteil mit der Essener Innenstadt und dem weiteren Ruhrgebiet.

Namensherkunft

Der Name leitet sich vom Wort „Gerscheide" ab, das auf einen „Ger", also einen kegel- beziehungsweise keilförmigen Wald- oder Geländeabschnitt („Scheid") verweist. Das Ortswappen greift dieses Motiv mit einem langstieligen, spitzen Gewächs beziehungsweise einer als „Ger" bezeichneten spitzen Waffe auf.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1220 unter der Schreibweise „Gertschede". Über Jahrhunderte blieb Gerschede ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf an der Schmalenbecke; ein bedeutender Hof war der seit 1668 dokumentierte Mey'sche Hof. Mit der aufkommenden Industrialisierung änderte sich das Gesicht des Ortes grundlegend: Bergbau und Stahlindustrie in den benachbarten Stadtteilen lockten zunehmend Menschen an, und zwei Eisenbahnstrecken (1847 und 1872) durchschnitten das einstige Bauerndorf. Verwaltungstechnisch gehörte Gerschede zuletzt zur Bürgermeisterei Borbeck, bevor es am 1. April 1915 nach Essen eingemeindet wurde. In der Folgezeit entstand 1939 eine Krupp-Siedlung, nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Norwegen hier 25 Holzhäuser in nordischem Stil.

Quellen: Gerschede – Wikipedia; Gerschede – Geschichte (essen.de)

7.749
Einwohner
1,50 km²
Fläche
5.166 /km²
Bevölkerungsdichte
IV (4)
Stadtbezirk
49
Straßen
16,4 kmStraßennetz
Gesamtlänge
10
POIs
6,7 /km²
POI-Dichte
37–85 müber NHN
Höhenlage